Impressionen zum 1. Mai am Wiener Rathausplatz

Auch heuer hat der traditionelle Maiurmarsch, mit anschließender Maikundgebung am Wiener Rathausplatz stattgefunden. Dieses Jahr ganz unter dem Motto „Für ein soziales und demokratisches Europa“.

Heute, am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, trafen sich wieder Tausende Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen zum traditionellen Maiaufmarsch mit anschließender Maikundgebung am Wiener Rathausplatz. Diesmal ganz im Zeichen des EU-Wahlkampfes unter dem Motto „Für ein soziales und demokratisches Europa“.

Am Wiener Rathausplatz mit Sicht auf die Bühne

Wiener Rathausplatz „Für ein soziales und demokratisches Europa“

Aufmarsch

Ab ca. 7 Uhr morgens trafen sich verschiedene sozialdemokratische Organisationen in den jeweiligen Bezirken, um zum Rathausplatz zu marschieren. Vertreten waren unter anderem die SPÖ-Bezirksorganisationen, die Junge Generation (JG), die Sozialistische Jugend (SJ), der Verband Sozialistischer StudentInnen in Österreich (VSStÖ) und die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschaftlerInnen (FSG).

Mitglied der JG, angezogen im EU-Stil

Ein Mitglied der JG ganz im Zeichen der EU

Eine „große sozialdemokratische Familie“

Die Stimmung war im allgemeinen sehr ausgelassen und freundschaftlich. Während des Aufmarsches der verschiedenen Organisationen traf man vor dem Rathaus, bei einem kühlen Bier, auf unzählige Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen. Auch die Jugend war bei der etwas älteren Generation der SPÖ herzlich willkommen. Eine „große sozialdemokratische Familie“, so ein Parteimitglied.

Einige SPÖ-Mitglieder sitzen vor dem Rathausplatz bei einem kühlen Bier

Zusammentreffen einiger SPÖ-Mitglieder vor dem Rathaus

„Acht Jahre Schwarz-Rot, weitere acht und wir sind tot“

Die Versäumnisse der SPÖ auf Bundesebene sind auch bei den Anhängern nicht spurlos vorbeigegangen. Die Teilnehmerzahl ist stetig sinkend. Gründe hat dies verschiedene. Ein Versäumnis sehen viele SPÖ-Anhänger darin, dass Problematiken, die in der österreichischen Bevölkerung vorherrschen, nicht thematisiert werden. Die große Koalition zwischen SPÖ und ÖVP wird ebenfalls heftig kritisiert, da lediglich die Volkspartei ihre Punkte durchsetze. Auch die Sozialistische Jugend Österreich bekennt sich zu einem klaren „Nein“ für dieses Bündnis.

Transparent der SJ: "Acht Jahre Schwarz-Rot, weitere acht und wir sind tot"

Transparent der SJ

Eugen Freund, Spitzenkandidat der SPÖ für die EU-Wahl 2014, wird von einigen Teilen der Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen nicht positiv aufgenommen. Er sei inkompetent und könne nicht reden, so die JG-Vorsitzende aus dem ersten Bezirk.

Vermögenssteuern und Millionärsabgabe

Um ca. 12:00 begann dann die offizielle Maikundgebung von Mag. Renate Brauner, Vizebürgermeisterin Wien, Dr. Michael Häupl, Bürgermeister Wien und Bundeskanzler Werner Faymann. Alle drei waren klar im Wahlkampfmodus und sprachen sich für ein gerechteres, menschlicheres Europa aus. Eine Aufforderung zur Wahl zu gehen, gab es von Brauner: „Die europäische Politik bestimmen politische Mehrheiten. Die Chancen, diese zu ändern, haben wir am 25. Mai!“

Bundeskanzler Faymann spricht

Maiauftaktsrede von Bundeskanzler Faymann

Faymann richtete sich wieder einmal klar gegen die FPÖ: “ Die SPÖ hat eine antifaschistische Seele, die nichts zu tun hat mit Menschen in der FPÖ und den rechten Nationalisten in Europa“. Interessant war seine erneute Forderung nach Vermögenssteuern und einer Millionärsabgabe. Die Glaubwürdigkeit der SPÖ leidet massiv, da der Bundeskanzler diese Forderung bereits vor der Koalition mit der ÖVP beanspruchte, bis dato aber nichts tat, um diese umzusetzen. Da fragt man sich doch, sind das wieder nur leere Worte und Mittel für den Wahlkampf?

Die Kundgebung endete traditionell mit der „Internationalen“.

SPÖ-Anhänger singen die "Internationale"

Traditionelles Ende des Maiauftaktes mit der „Internationalen“