Europa-Wahl 2014

Luftballons für die Kleinen, Feuerzeuge für die Großen: Die SPÖ-Basis im Wahlkampf

Wie schon im Laufe des Nationalratswahlkampfes im September, müssen auch vor der Europawahl wieder zahlreiche Goodies und Flyer unters Volk gebracht werden. Wir haben uns eine Verteilaktion der SPÖ genauer angeschaut.

Der Wettergott hat es nicht gut gemeint mit der SPÖ Josefstadt an diesem verregneten Samstag. Die wohl kleinste Wiener Bezirksorganisation der Sozialdemokraten („klein aber fein“, betonen die Wahlkämpfer) hat ihren Stand am Josef-Matthias-Hauer-Platz im Herzen dieses umkämpften und eher bürgerlichen Bezirkes aufgebaut. Gerüstet mit unzähligen Luftballons, Kugelschreibern und Feuerzeugen möchte man die Passanten davon überzeugen, am 25. Mai das Kreuz bei den Sozialdemokraten zu machen. Mit dabei ist auch Raphael Sternfeld. Er ist nicht nur der Kommunikationschef von Eugen Freund, sondern auch stellvertretender Parteivorsitzender der SPÖ Josefstadt und befindet sich auf Platz 19 der Wahlliste seiner Partei für die EU-Wahl. Allerdings sind im EU Parlament nur 18 Sitze für Vertreter österreichischer Parteien vorgesehen.

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An der suboptimalen Wetterlage können die Wahlkämpfer, die abgesehen von Herrn Sternfeld alle ehrenamtlich tätig sind, auch etwas positives finden. Der Platz im Herzen der Josefstadt ist sonst in Wahlkampfzeiten an jedem Samstag hart umkämpft. Oft buhlen sowohl SPÖ, als auch ÖVP, Grüne und FPÖ an unterschiedlichen Ecken des Platzes um die Aufmerksamkeit der potentiellen Wähler. Doch heute hat sich keine der anderen Parteien hinausgewagt und die roten Luftballons der SPÖ bekommen keine Konkurrenz durch grüne, blaue oder schwarze.

Trotz des anhaltenden, leichten Regens ist die Josefstädter Sraße gut besucht und die Luftballons, Kugelschreiber und Feuerzeuge finden – ergänzt durch Flyer mit den wichtigsten Punkten des Wahlprogrammes – ihre zahlreichen Abnehmer. Doch kaum jemand bleibt stehen, um sich direkt bei den Wahlkämpfern über das Programm der Partei zu informieren. Echtes Interesse sieht anders aus. Wenn doch einmal jemand an den Stand herantritt für einen kurzen Plausch, sind es meist Bekannte und Freunde der Parteimitglieder. Man kennt sich in Wiens kleinstem Bezirk, der von der SPÖ noch einmal in fünf Sektionen unterteilt wird.

Während sich die Kinder über Luftballons freuen, sind bei ihren Eltern vor allem die Feuerzeuge gefragt. Der Klassiker unter den Wahlkampfgoodies erfreut sich auch in Zeiten sinkender Raucherzahlen immer noch großer Beliebtheit. An ihrer Beschriftung zeigt sich der Vorteil des einprägsamen Namens des SPÖ-Spitzenkandidaten: „Ein Freund zündender Ideen“ ist darauf zu lesen. Die Luftballons wiederum verbreiten die Botschaft „Ein Freund sozialer Politik“. Ein wahres Fest für jeden Werbetexter. Sie machen auch vor den Kugelschreibern nicht halt. Als „ein Freund klarer Worte“ wird der SPÖ-Spitzenkandidat auf ihnen bezeichnet. Freudig nimmt eine etwas ältere Dame einen Stift entgegen und fragt zur Sicherheit noch einmal nach, ob sie damit ihr Kreuz denn bei der SPÖ machen muss.

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