Europe ELECTrified – Die NEOS feiern Europa

Zu einer Wahlkampfveranstaltung der etwas anderen Art luden die NEOS am 9. März in den Club Chaya Fuera in Wien Neubau. Bei „Europe ELECTrified“ (Achtung, Wortspiel) wurde eine House-Version der Europahmyne präsentiert. Wir waren dabei.

Wer den Chaya Fuera kennt weiß, dass man dort an normalen Freitag Abenden gut und gerne 12 Euro für den Eintritt hinblättern muss. Auch das Bier an der Bar schlägt dann mit 4,50 Euro zu Buche. Doch die NEOS zeigen sich von ihrer großzügigen Seite. Der Eintritt ist frei und jeder Besucher bekommt noch ein pinkes Neonband und einen Gertränkebon überreicht. Nun würde man annehmen, dass das allein schon Motivation genug ist für Wiens Jugend, mit den NEOS zur Europahymne zu tanzen. Doch der Club, der ohnehin nicht zu den größten in der Hauptstadt gehört, bleibt auffallend leer. Vielleicht liegt es daran, dass die Veranstaltung zu wenig beworben wurde, vielleicht ist aber auch der für eine House-Party recht frühe Termin daran schuld. Um 20:30 Uhr fängt man eben normalerweise gerade erst mit dem „Vorglühen“ an.

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Trotzdem gekommen sind dann vor allem junge NEOS Mitglieder und Wahlkämpfer, die ohnehin nicht weiter von einer Stimme für ihre Partei überzeugt werden müssen. Aber auch ein großer Teil des Spitzenpersonals der Partei ist anwesend. Feri Thierry, der Bundesgeschäftsführer der Pinken, hat die Party organisiert. Zu ihm gesellen sich unter anderem Beate Meinl-Reisinger, Vorsitzende der Wiener NEOS, Niko Alm, NEOS Abgeordneter im Parlament, und natürlich Angelika Mlinar, die Spitzenkandidatin für die EU-Wahl. Nur das bekannteste der NEOS-Gesichter fehlt. Matthias Strolz ist nirgends zu sehen.

Auch wenn die Tanzfläche vorerst leer bleibt, die Anwesenden sind durchaus gut gelaunt, die Stimmung ist entspannt. Dementsprechend betont Feri Thierry uns gegenüber auch, es handele sich um eine ungezwungene Veranstaltung, man wolle vor allem Spaß haben. Um 22:00 Uhr haben sich viele kleine Grüppchen gebildet. Man steht im Kreis und genießt das von der Partei gesponserte Getränk. Die eigens eingerichtete „Raucher Lounge“ wird gekonnt ignoriert – wir begründen das an dieser Stelle einmal mit der liberalen Weltanschauung der Partei.

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Etwas später bittet Thierry die Anwesenden doch noch, sich in Richtung Tanzfläche zu begeben. Er dankt allen Gästen für ihr Kommen und lässt nicht unerwähnt, dass die Veranstaltung etwas „exklusiver“ ausgefallen ist, als es geplant war. Gleich darauf kündigt er den oberösterreichischen DJ Stefan Obermaier an, der sich für die House-Version der Europahymne verantwortlich zeigt. Der eine oder andere Fan elektronischer Musik kennt ihn vielleicht noch aufgrund seiner Projekte „Beethoven Reloaded“ und „Mozart Reloaded“, im Zuge derer er schon einmal klassischer Musik einen elektronischen Anstrich verpasste. An dieser Stelle darf auch ein wenig Kritik an der Bundesregierung nicht fehlen. Ihr wird ein Versagen der österreichischen Kulturpolitik angekreidet, junge Talente wie Obermaier würden in Österreich zu wenig gefördert. Die NEOS wiederum würden antreten um Europa neu zu erfinden und zu gestalten. Dazu passe es auch, Europa musikalisch neu aufzuladen, was der Anlass für die Veranstaltung sei.

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Das vorgestellte Stück weiß dann durchaus zu überzeugen, auch wenn nur selten zu erkennen ist, dass die Europahymne dafür Pate stand. Auch den NEOS scheint es zu gefallen und sogar Angelika Mlinar wippt im Takt. Einer der Anhänger macht sich einen Spaß daraus, die bekannte Flügel-Geste des Parteichefs in seinen Tanz einzubauen und am Ende wird Obermaier mit tosendem Applaus belohnt – so tosend wie es ein 70 köpfiges Publikum eben schafft. Gleich danach geht es munter weiter mit eingängigen House-Tunes. Schon zuvor wurde betont, dass alle Anwesenden auch zum anschließenden, jeden Freitag stattfindenden Event „happiness“ bleiben dürfen – für eine echte Party.

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