Stoffsackerl & Sonnenblumensamen–die Grünen beim „Wahlkampf“

Am 10. Mai hatte man die Gelegenheit, die Grünen beim Wahlkampf am Karmelitermarkt zu besuchen. Ulrike Lunacek und Monika Vana waren als Spitzenkandidatinnen persönlich vor Ort, um um Stimmen zu werben.

Die Grünen am Karmelitermarkt

Die Grünen am Karmelitermarkt

Es ist Samstag. Schönes Wetter. Ein perfekter Markttag. Nicht zu warm, nicht zu kalt, einfach angenehm. Mein Plan heute: die Grünen am Karmelitermarkt besuchen. Immerhin sind Ulrike Lunacek und Monika Vana persönlich dort, um den Europa-Wahlkampf voranzutreiben. Wer würde nicht durch halb Wien fahren, um diese beiden Damen zu sehen? Also, ab in die Straßenbahn und los geht’s. Den Karmelitermarkt zu finden gestaltet sich relativ einfach. Die Grünen zu finden dagegen etwas schwerer. Erst mal an den Herrschaften von Europa Anders vorbei. Fast ein Ding der Unmöglichkeit, da sie sich rund um den Markt verteilt haben. Als würden sie irgendwas bewachen. Von den Grünen ist noch nichts zu sehen. Vermutlich hätte ich mich gleich wieder auf den Heimweg gemacht, wenn nicht just in diesem Moment ein Mann mit einem knallgrünen „Bio macht schön“-Sackerl an mir vorbeigelaufen wäre. Ein Indiz für mich, die Grünen müssen hier irgendwo sein. Gang eins: nichts. Gang zwei: Da scheint was los zu sein. Menschen stehen in einer Schlange…beim Brot an. Weiter geht die Suche. Dann, ganz plötzlich stehen sie vor mir. Die Damen, die sich Spitzenkandidatinnen nennen. Und ein recht nett anzusehender Herr im grünen T-Shirt. Er überreicht mir sogleich ein Sackerl. Und ein Wahlprogramm. Und „möchten Sie Sonnenblumen mitnehmen?“ Klar. Alles her. Kost‘ ja nichts.

Wahlkampf

Die Spitzenkandidatinnen machen nicht wirklich auf sich aufmerksam. Frau Lunacek unterhält sich recht gelangweilt mit einer engagierten Sackerlverteilerin. Frau Vana spricht mit einem älteren Herrn. Vielleicht über alte Tage, vergangene Zeiten, das Wetter. Sie wirken ausgelassen und harmonisch. Drumherum zwei Menschen mit Kameras. Scheinbar muss man festhalten, dass die zwei Kandidatinnen wirklich da waren. Zum Wählen bewegen möchte mich niemand. Nachdem ich mir Sackerl, Wahlprogramm und Sonnenblumensamen abgeholt habe, wünscht mir der nette Grüne noch einen schönen Tag. Als ich schon fast außer Hörweite bin, fällt ihm doch noch etwas ein und er ruft mir nach „Bitte wählen gehen“. Ich lächle und denke bei mir an einen klaren Wahlsieg der Grünen. Mit so viel Einsatz muss man einfach gewinnen…