Europa-Wahl 2014

EYE 2014-und Jugendliche interessieren sich DOCH für Politik

In unzähligen Studien ist nachzulesen, dass Jugendliche immer weniger politisches Interesse zeigen, nicht wählen gehen und sowohl Freizeit als auch Hobbies über alles andere stellen. Gesellschaftliche Probleme geraten in den Hintergrund, kritisches Denken erlischt und die Wahlbeteiligung sinkt. Aus dem Blickwinkel des diesjährigen European Youth Events (kurz „EYE“), das von 9.-11. Mai in Straßburg im Europäischen Parlament stattfand, sieht dies allerdings anders aus.

EYE 2014

Am Wochenende vom 9.-11. Mai trafen sich rund 5000 Jugendliche zwischen 16-28 Jahren im Europaparlament in Straßburg zum „EYE 2014“ um verschiedenste Themen gemeinsam zu diskutieren, Workshops zu belegen und sich auszutauschen. Die fünf Themenschwerpunkten waren Jugendarbeitslosigkeit, die digitale Revolution, die Zukunft der Europäischen Union, Nachhaltigkeit und europäische Werte. 150 Redner und Moderatoren, darunter Journalisten, Autoren, Menschenrechtsaktivisten und Mitglieder des Europäischen Parlaments waren vor Ort, um sich den Fragen und Anregungen der jungen Menschen zu stellen.

Mit diesem Ereignis soll ein Zeichen gesetzt werden. Auch oder speziell die Jugend soll den weiteren Kurs der EU mitbestimmen können. Die Idee des EYE ist eine Auseinandersetzung mit bestehenden Problematiken und ein Diskutieren von Lösungen, neuen Aspekten und Ideen. Am Ende soll ein „Ideenstrauß“ überreicht werden, als Anreiz für Politiker und Politikerinnen Teile des Erarbeiteten der Jugendlichen in ihre alltägliche Arbeit einfließen zu lassen. Martin Schulz schreibt auf der Homepage des Europäischen Parlaments: „Meine Kollegen und ich werden eure Ideen aufnehmen und in die nächste Legislaturperiode des Europäischen Parlaments nach den Europawahlen im Mai 2014 einbringen. Das EYE ist eure Chance, unsere Arbeit zu beeinflussen und die Themen für die kommenden fünf Jahre mitzubestimmen!“

Dabei sein dank Streaming

Wer nicht vor Ort dabei sein konnte, hatte die Möglichkeit 16 Veranstaltungen via Live-Stream mitzuverfolgen und theoretisch auch via Twitter mitzudiskutieren (#EYEstream). Die Streams konnten in der Originalsprache, sowie Englisch, Französisch oder Deutsch angehört werden.

Stream zum EYE 2014

Durch die Streams hatte man die Möglichkeit einen Teil dieses Großevents mitzuerleben. Eine tolle Idee, leider haperte es stellenweise noch an der Umsetzung. Zu bemängeln war zudem, dass sich die übertragenen Veranstaltungen zum Teil überschnitten haben, man vorher also genau überlegen musste, welcher Stream am Wichtigsten/ Interessantesten erschien. Wirklich nett fand ich die Möglichkeit, Fragen via Twitter zu stellen. Auch hier war die Umsetzung jedoch eher mäßig, da bei den Diskussionen eigentlich kaum Zeit für die Statements der Diskutanten, geschweige denn für Publikums- oder Twitterfragen blieb.

Das „EYE 2014“ klingt nach einem spannenden Erlebnis, für all jene, die wirklich dort waren. Das Streaming ist eine nette, jedoch meiner Meinung nach nicht zwingend notwendige Einrichtung, da der Zuschauer maximal einen kurzen Einblick in dieses doch sehr groß angelegte Event erhält und nicht wirklich die Möglichkeit erhält „von Fern“ teilzunehmen. Spannend bleibt auch, welche Teile des „Ideenstraußes“ wirklich in die Arbeit des Europäischen Parlamentes einfließen.

 

Quelle: http://www.europarl.europa.eu/eye2014/de
Bild: © Europäische Union, [2014] – EP (http://www.europarl.europa.eu/eye2014/de)