Europa-Wahl 2014

FPÖ Stammtisch Kaisermühlen mit Barbara Kappel

Wir statteten dem FPÖ Grätzl Stammtisch Kaisermühlen im Gasthaus Vorstadtwirt einen Besuch ab, zudem monatlich ein(e) Gastredner(in) eingeladen wird. Diesmal  zu Gast war mit einem „EU-Vortrag“ die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Europakandidatin Barbara Kappel, die als Nummer 4  für das FPÖ Team am 25. Mai antritt. 

Nach Betreten des Lokals im 22. Bezirk schlug uns erst einmal eine Rauchwolke entgegen und  im ersten Moment war uns nicht ganz klar, wo genau in dem leicht verwinkelten Wirtshaus Barbara Kappel eigentlich ihre Rede halten sollte. Nach kurzem Suchen tat sich jedoch am Ende des Wirtshauses ein Raum auf, der durch zwei Klapptüren abgegrenzt war und sich so gut als Rede- und Stammtisch Location eignete. An den U-förmig platzierten Tischen wurde bereits alles von Schnitzel bis Sparerips verzehrt und der Rauch wurde noch dichter. Gleich zu Beginn baten wir um eine Fotoerlaubnis und so wurden wir  von dem Bezirksrat Walter Kalab und dem Abgeordneten zum Wiener Landtag, Alfred Wansch herzlich begrüßt. Mehrmals wurden wir dann gefragt, wofür wir genau schreiben würden und wo man besagten Bericht lesen könne, rein aus politischem Interesse versteht sich. Auch wurden unsere Kontaktdaten aufgenommen, um uns eine Einladung zur nächsten Veranstaltung zu schicken. Alfred Wansch betonte am Ende des Gesprächs, dass der Stammtisch immer offen für fremde Personen sei und wir als Gäste willkommen.

bild1fpöStehend hinten im Bild: Mag. Dr. Alfred Wansch

Kurze Zeit später betrat auch Barbara Kappel den Raum und gab allen Anwesenden im Raum freundlich und mit einem großen Lächeln die Hand. Alfred Wansch begrüßte schließlich die Runde und stellte uns als „wissenschaftlichen Besuch“ vor . Auf die Frage, ob alle damit einverstanden seien, wenn wir Fotos machen würden, kam ein mehrzähliges Kopfnicken, ein  „Ja“ also. Nachdem ein paar bezirksrelevante Themen, wie z.B. die neue Einbahnregelung in der Schüttaustraße oder „Wohin rollt mein Steuereuro“ behandelt wurden, übernahm auch gleich Barbara Kappel das Ruder.

fpökappel

Rettung des Petitionsrechts

Kappel bemerkte gleich am Anfang ihrer Rede, dass dies ihre nun vierte Veranstaltung am Tag sei, ihr der ganze Wahlkampf jedoch unendlich viel Spaß bereite und sie wirklich äußerst motiviert sei. So machte auch gleich eine Petition („Rettung des Petitionsrechts“) die Runde, die als wirkungsvollstes Instrument der Bürgerbeteiligung als wirklich „ganz, ganz wichtig“ angepriesen wurde. Schließlich ging es um Themen wie die Quersubventionierung von Volkshochschulen, den Finanzausschuss und ihrem weiblichen Pendant, Renate Brauner. Diese sei „zugeknöpft und nicht auskunftsfreudig“, jedoch mache die FPÖ ordentlich Druck. Auch würde die Gemeinde Wien sich weigern, auf das neue Buchhaltungssystem umzustellen, das es mittlerweile schon in anderen Bundesländer wie beispielsweise Salzburg gibt. Das jetzige würde keiner verstehen und man könne Sachen sehr gut verbergen.

Handlungsunfähigkeit Österreichs

Im Anschluss wurde über das explodierende Sozialbudget mit seinen 150.000 Mindestsicherheitsempfängern diskutiert, sowie über die nicht vorhandenen, aber nötigen Reformen der Bundesregierung.  Mit der 80% Verschuldung Österreichs und einer Erhöhung dieser im Herbst, würde Österreich schließlich seine Handlungsfähigkeit im nächsten Jahr verlieren.Werner Faymann und die SPÖ hätten somit keinen Handlungsspielraum mehr.

Denkzettelwahl

Geht man nach Barbara Kappel, so muss diese Wahl eine Denkzettelwahl werden, denn „so geht es wirklich nicht, das hat Österreich nicht verdient!“ Sie möchte keine Vertiefung der Schulden, sondern eine andere Vertiefung, eine, in „der, der in der Pflicht ist, auch dafür hinhalten muss.“ Auch könne Österreich nicht auf die Erfahrung von 60+ verzichten, wenn jemand jedoch früher in Pension gehen möchte, sei dies auch kein Problem, „wer früher gehen will, kann früher gehen“. Außerdem sei es besonders schlimm, dass unter 30jährige besonders wenig wählen gehen, da es den Schülern in der Schule  nicht mehr beigebracht werde, für Demokratie zu kämpfen.

Mehr Bildung

Das Plädoyer Barbara Kappels: mehr Geld für Forschung, Wissenschaft und Bildung, denn die Zukunft Österreichs sehe nicht positiv aus. Allein nächstes Jahr würde in Österreich 120 Millionen Euro weniger in die Bildung investiert werden. 90% des Wirtschaftswachstums werde außerhalb Europa’s stattfinden, die Universität Wien sei weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen zu finden, die besten Universitäten seien die aus Amerika und China. Von dort würden sehr ausgebildete junge Menschen kommen, mit denen die jungen Österreicher nicht mithalten könnten.

fpöalledreiMag. Dr Alfred Wansch, Mag.Dr. Barbara Kappel und Walter Kalab

Die Zukunftsprognosen für die EU-Wahlen am Ende der Rede waren,  dass es ein „Aus“ für Stronach und die NEOS geben werde, da die FPÖ die einzige Partei mit einem Konzept sei. Die FPÖ werde somit drittstärkste Partei im Parlament werden, mit mindestens 25 Abgeordneten aus sieben Ländern. „Frau Brauner müsse weiterhin gejagt werden“ und Wansch kommentierte, er sei „überzeugt, dass wir die 19% machen.“

Bei der anschließenden Diskussion unter Führung von Alfred Wansch äußerte sich das Publikum mit dem Wunsch, „dass wir jemanden haben, der gegen den Strom schwimmt.“ Auch wurden wir direkt von einer älteren Dame angesprochen, die das Gefühl hatte, wir StudentInnen würden stets behaupten, PensionistInnen würden den jungen Leuten etwas wegnehmen. Sie sei bereits mit 55 Jahren in Pension gegangen, jedoch müsse man bedenken, dass sie ganze 46 Jahre in die Pension eingezahlt habe. Schließlich beendete sie ihre Ausführungen mit dem Appel „Ich hoffe Sie haben festgestellt, dass wir keine Nazis sind“. Applaus aus dem Publikum. Wansch beendete die Diskussion mit den Worten, „man tut sich schwer, Menschen zu klassifizieren, abzustempeln. Es ist eine Tugend, dass man den anderen hört, toleriert.“