Europa-Wahl 2014

Der Kampf um Vorzugsstimmen – Michaela Kauer und Lukas Mandl zu Gast.

Als uns am 20. Mai 2014 der ÖVP-Kandidat Lukas Mandl und die SPÖ-Kandidatin Michaela Kauer in unserer Lehrveranstaltung besuchten, trafen nicht nur zwei Parteien sondern auch zwei sehr konträre Persönlichkeiten aufeinander. Sowohl Mandl auf Listenplatz 7 als auch Kauer auf Platz 10 kämpfen im EU-Wahlkampf um Vorzugsstimmen. In einer angeregten Diskussion erzählten sie uns von ihren Zielen, dem Wahlkampfalltag und ließen auch Persönliches durchblicken.

Lukas Mandl und Michaela Kauer zu Gast in unserer Lehrveranstaltung.

Lukas Mandl und Michaela Kauer zu Gast in unserer Lehrveranstaltung.

Michaela Kauer, 47, hat sich entschieden „ja zu sagen“, als man sie fragte, ob sie für das EU-Parlament kandidieren möchte. Seitdem kämpft sie auf Listenplatz 10 der SPÖ um jede einzelne Stimme. Ihre Ziele hat sie sich realistisch gesteckt – auf 300 Stimmen würde sie gerne kommen, womit ein Einzug ins Parlament natürlich ausgeschlossen ist. Doch darum geht es Kauer nicht, eine hohe Wahlbeteiligung sei ihr weit wichtiger als ihr persönlicher Triumph. Dabei verbindet man den Namen Michaela Kauer sofort mit Brüssel. Sie wuchs sowohl in Brüssel als auch in Wien auf, noch bevor Österreich Mitglied der EU wurde, war sie Praktikantin der Europäischen Kommission und arbeitet seit fünf Jahren als Chefin des Wien-Hauses in Brüssel.

lukasmandl

Eine solch enge Verbindung zu Brüssel hat ÖVP-Kandidat Lukas Mandl nicht. Seit 2008 ist Mandl im niederösterreichischen Landtag vertreten, auch dort über Vorzugsstimmen. Mit dem Verfahren hat der 34-jährige also Erfahrung und setzt seine Erwartungen dementsprechend hoch. Stimmen im fünfstelligen Bereich erhofft er sich. Der Familienvater hat sich seit einigen Jahren auf europapolitische Themen spezialisiert und hält das Amt des Vorsitzenden des Europaausschusses im Landtag inne.

Der Wahlkampf hautnah

So einig sich die Beiden in vielen Punkten sind, so schnell wird auch klar wo die Unterschiede im Wahlkampf liegen. Mandl wirkt mit seinem ausgearbeiteten 7-Punkte-Plan sehr versiert, sehr strukturiert und versteht es auch in der laufenden Diskussion sich Redezeit zu verschaffen. Hier geht es nicht nur um persönliche Anliegen, Ziel ist ganz klar der Einzug in das Europäische Parlament. Der studierte Kommunikationswissenschaftler punktet in Sachen Eloquenz und versprüht dennoch eine gewisse Langatmigkeit, wie wir sie von Politikern gewohnt sind. Mandl versteht es zudem Neue Medien für sich zu nutzen. Social Media und eine gute Web-Präsenz sind sein Steckenpferd um mit den Wählern in Kontakt zu treten, ergänzt um einen intensiven Wahlkampf hautnah.

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Michaela Kauer hingegen merkt man an, dass weit weniger Druck auf ihren Schultern lastet. Mit strahlenden Augen erzählt sie von interessanten und oft merkwürdigen Erlebnissen im Wahlkampf. Der persönliche Kontakt zum potentiellen Wähler ist ihr dabei sehr wichtig, ihre Taschen sind immer prall gefüllt mit allerhand Merchandise-Artikeln, die teilweise aus eigener Tasche produziert wurden und durch Hilfe von Freunden und Familie entstanden.

Nun, da der Wahlkampf dem Ende entgegen läuft werden beide ein wenig wehmütig. „Der Wahlkampf macht so Spaß, dass man gerne morgens aufsteht und spät Abends ins Bett geht“, so Mandl. „Schade, dass es schon vorbei ist. Gerade kommt es ins Rollen“ ergänzt Michaela Kauer.

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Wir bedanken uns für ihre Zeit und die interessante Diskussion!