„Generation zweistellig“- Wahlparty NEOS

Pinke Luftballons. Gutes Essen. Viel zu Trinken. Feierliche Stimmung. Gestern fand die Europawahl 2024 statt und auch NEOS veranstaltete eine Wahlparty für ihre Mitglieder und Wähler*innen.

Beginn in der NEOSphäre

Die Wahlparty beginnt um 16:30 und bereits eine Viertelstunde später ist der Innenhof am Heumarkt 7 zur NEOSphäre schon gut gefüllt. Ein riesiger pinker Heliumluftballon weist den Weg zur Veranstaltung. Im Innenhof stehen zwischen einem Meer von pinken Luftballons viele Leute und amüsieren sich bereits. Durch die Menge hindurch gelange ich ins Innere der NEOSphäre. Ein Buffet ist angerichtet mit diversen Brötchen und anderen Kleinigkeiten, von denen man wohl erst weiß was es ist, wenn man sie probiert. Damit der Mund bei angeregten Gesprächen nicht austrocknet, ist auch für Trinken gesorgt. Wein und Bier gönnt man sich hier und der Mann am Ausschank hat schon ordentlich zu tun. Im hinterem Teil des doch recht kleinen Raum spielt auf einer großen Leinwand die ORF-Liveübertragung. So können die Besucher*innen die Wahl stets mitverfolgen.

17:15 Auftritt Brandstätter und Stürgkh

Plötzlich tut sich etwas. Um 17:15 Uhr bittet Johannes Bachleitner, Bezirkssprecher Stellvertreter aus Hietzing, alle hinein zu kommen. Im Inneren wird es immer enger. Die Wolken, die sich draußen zusammenbrauen, erzeugen eine drückende Hitze. Doch es scheint keinem etwas auszumachen, ein paar Schweißperlen auf der Stirn zu haben. Nun hat sich die Mehrheit im Veranstaltungsraum versammelt. Kamerateams stehen bereit und blenden ab und zu mit ihrem Licht ins Publikum. Darunter auch die Kameraleute des ORF. Man spürt, dass gleich etwas kommen wird oder vielmehr, dass jemand kommen wird.

Und so ist es auch. Aus dem nichts bricht tobender Applaus aus. Die Spitzenkandidaten Helmut Brandstätter und Anna Stürgkh bahnen sich ihren Weg durch die NEOSsphäre nach vorne. Die Leute jubeln und rufen im Einklang die Vornamen der Spitzenkandidaten. Vorne wartet auf die zwei bereits Beate Meinl-Reisinger, Vorsitzende der NEOS, die mit ihnen ein kurzes Interview führt. Die Laune bei Brandstätter und Stürgkh könnte mit Blick auf die erste Trendprognose der Wahl nicht besser sein. „Generation zweistellig,“ verkündet Brandstätter euphorisch wofür es wieder eine Runde Jubel gibt. Er bedankt sich bei allen, die da sind aber vor allem bei seiner Familie, die ihn so tatkräftig unterstützt hat. Auch Anna Stürgkh zeigt sich erfreut über die momentan 10,5 % laut der Trendprognose.

Zwischengespräche

Als sich der Raum wieder leert entdecke ich Franz Zaufall, der im Bezirksteam Hietzing Mitglied ist. Auch er teilt die Euphorie der anderen und zeigt sich äußerst zufrieden mit der momentanen Trendprognose. Seit 2019 ist er Mitglied der NEOS. Es ist schon seine zweite Wahlparty bei der Europawahl. Damals waren die NEOS jedoch noch deutlich kleiner und weniger populär. Dass sie nun laut Trendprognose gleich auf mit den Grünen sind, freut ihn sehr.

Auch Arabel Bernecker-Thiel ist offen für ein Gespräch. Sie ist seit 2020 für NEOS aktiv, seit November im Bezirksteam Hietzing und tritt zur EU-Wahl auf Listenplatz 5 an. Die Kandidatin teilt ihre Begeisterung über die jetzigen Aussichten. Es schwingt aber auch Hoffnung mit, vielleicht würden die Zahlen ja noch steigen. Dann könne man mit drei Mandaten ins EU-Parlament.

Inzwischen kam es es zum Wolkenbruch. Es beginnt zu regnen und die Leute strömen herein. So ist auch der Vorsitzende der JUNOS Yousef Hasan am Weg hinein. Zaufall macht mich mit Hasan bekannt. Er erzählt, dass sich auch die JUNOS für die EU-Wahl engagiert haben. „Vielleicht hast du auch schon mal von den Schwedenplatz- und Karlsplatzparties gehört.“, meint er. Mit Alkohol und guter Musik, versuche man die jüngere Generation mehr abzuholen. An dieser Stelle hakt sich auch Zaufall ein, denn er fände, dass Junos generell mit den NEOS noch intensiver zusammenarbeiten könne.

19:02 die nächste Trendprognose

Während das Wetter mit Donner und Blitzen sehr unruhig ist, kommt es auch um 19:00 wieder im Innenraum zur allgemeinen Aufregung. Ein aktueller Stand der Trendprognose wird gleich bekannt gegeben. Die Gespräche stellen sich ein und es bildet sich wieder eine Traube vor der Leinwand. Dann erklingt auch ein Ton zum Bild. Wieder gibt es Grund zu feiern. Die 10.5 % bleiben den NEOS erhalten und es besteht sogar Tendenz nach oben. Vielleicht schaffe man es ja wirklich noch auf 3 Mandate zu erhöhen.

Inzwischen hat sich das Wetter wieder gelegt und es hat abgekühlt. Die Besucher*innen eilen wieder an die frische Luft. Doch unter dem dem ständigen Hin und Her leidet die gute Stimmung nicht. Auch, dass es kein Bier mehr gibt und die Brötchen durch Schokobananen ersetzt wurden, scheint niemandem etwas auszumachen. Schließlich gibt es ja noch Wein.

Bevor die Wahlparty wie geplant in ein anderes Lokal verlegt wird, schauen Brandstätter und Stürgkh noch einmal vorbei. Die Besucher*innen bilden einen Gang für sie im Innenhof. Brandstätter steigt als erstes aus dem Europa-Mini Bus, um durch den Gang zu laufen und ein paar seiner „Fans“ abzuklatschen. Danach kommt Anna Stürgkh. Sie strahlt über das ganze Gesicht. Beide sagen noch ein paar Worte, von denen sich aber nur erahnen lässt, dass es sich um Danksagungen handelt, da ohne Mikrofon gesprochen wird.

Standortwechsel ins Kleinod

Um 20:15 geht es wie angekündigt ins Lokal „Kleinod“ im Stadtpark. Ich schließe mich den ersten an, die aufbrechen und habe damit die richtige Entscheidung getroffen. Vor dem Lokal stehen zwei Securities, die die Wahlpartymitglieder von der Liste abhaken und jedem ein pinkes NEOS Bändchen anlegen. Leider sind zwei Mitarbeiter für 300 Gäste zu wenig und es hat sich binnen weniger Minuten bereits eine lange Schlange gebildet, die wieder aus dem Stadtpark führt.

So mache ich Bekanntschaft mit Christian Prochazka, Bezirksmitglied Döbling. Er kam eigentlich rein beruflich zu den NEOS, sei jetzt aber schon seit 10 Jahren Teil der „NEOS-Familie“. In der Elefantenrunde, meint er, habe sich Brandstätter solide geschlagen. Insgeheim hätte er heute auf 12 % bei der Wahl gehofft, aber das kann ja vielleicht noch werden.

Dann geht es hinein ins Kleinod. Das Lokal hat einen größeren Gastgarten und einen runden Innenbereich. An den hohen Tischen werden Anti-Pasti Teller serviert, sodass jeder zugreifen kann. Auch hier gibt es genug zu trinken von Limonaden bis Shots kann man alles bestellen. Die Kosten dafür übernimmt NEOS. Ich setze mich an den Tisch zu den JUNOS und der Kellner kommt mit einer Runde Gin-Tonics. Es sieht so aus, als wäre es das Lieblingsgetränk der jungen NEOS. Da prostet einer „Auf die NEOS! Nicht links, nicht rechts, frei von Extremismus!“

Endspurt

Einen kleinen Dämpfer erhält die gute Stimmung aber doch, als klar wird, dass nicht mehr alle in das Lokal gelassen werden können. Dass selbst eine Nationalratsabgeordnete dann aber nicht mehr hinein darf, ist doch etwas unangenehm. Schlussendlich einigt man sich aber mit dem Lokalbesitzer, dass alle hinein dürfen, aber ab jetzt hauptsächlich nur mehr Bier und Spritzer ausgeschenkt werden kann. Beate Meinl-Reisinger bedankt sich dabei offiziell bei dem Service und entschuldigt sich für das logistische Malheur.

Es wird immer später, die Musik lauter und die Aufregung größer. Bald stehen die Ergebnisse an. Einige feiern schon auf der Tanzfläche, andere sind noch dabei Prognosen für das Wahlergebnis aufzustellen. Helmut Brandstätter dreht ein paar Runden und führt Smalltalk mit den Gästen. ServusTV schaut ebenfalls vorbei und führt Interviews, vor denen einige Leute gleich flüchten.

Dann ist es so weit um 23:00 versammeln sich die Leute gespannt vor dem Bildschirm – allen voran Helmut Brandstätter und Anna Stürkgh. Als das Wahlergebnis von der FPÖ bekannt gegeben wird, ertönt ein erleichtertes Raunen, denn trotz Platz 1 haben sie schlechter abgeschnitten als vorerst erwartet. Dann kommt der Moment, auf den alle gewartet haben. NEOS erreichen 10.1% Prozent. Die zwei Mandate im EU-Parlament sind gesichert. Brandstätter und Stürkgh fallen einander in die Arme. Die Jubelrufe sind ohrenbetäubend.

Danach wird gefeiert. Ein paar hätten sich noch ein bisschen mehr Stimmen gewunschen, aber allen ist klar, dass das Ergebnis ein großer Meilenstein für NEOS ist. Nun sind die meisten auf der Tanzfläche und die Stimmung am Höhepunkt. Alle singen mit als das Lied „Hoch Hinaus“ von Tim Bendzko erklingt. Wie hoch es für die NEOS in Zukunft noch geht, wird sich bei der Nationalratswahl im September zeigen.